Workshop

Johann Reinhold und Georg Forster – Gesammelte Welten

Jahrestagung der Dessau-Wörlitz-Kommission 2018

William Hodges, Resolution und Adventure in Matavai Bay, 1776.
William Hodges, Resolution und Adventure in Matavai Bay, 1776. Royal Museums Greenwich

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Gesammelte Welten

Südsee, London, Anhalt-Dessau – ein Kontinent, eine Hauptstadt, eine Region. Damit werden drei Orte und drei Raumdimensionen genannt, die mit den Namen der beiden Forsters eng verbunden sind. Während der zweiten Cookschen Weltumsegelung hatten Johann Reinhold und Georg Forster als Zeichner und Naturforscher nicht nur exotische Landschaften entdeckt, sondern außereuropäische Kulturen kennen gelernt, deren Facetten sie durch eine Vielfalt von gesammelten Objekten dokumentierten. Insgesamt wurden während der zweiten Weltumsegelung über 2.000 Objekte zusammengetragen, die sich heute in Wörlitz, aber auch in Oxford, Göttingen, Kiel und Halle befinden. Diese einzigartigen Gegenstände liefern sowohl für das Menschenbild der europäischen Aufklärung als auch für das kulturelle Erbe der Bewohner Polynesiens wertvolle Zeugnisse.

Die Beziehung der Forsters zu Mitteldeutschland

Wenig erforscht sind die engen Beziehungen der beiden Forsters zum mitteldeutschen Raum, einer Region, in der beide bedeutende Spuren hinterlassen haben. Zentral waren hier die Verbindungen zum Dessau-Wörlitzer Gartenreich und zur Universitätsstadt Halle, wo Johann Reinhold Forster ab 1779 als Professor für Naturkunde und Mineralogie tätig war und den Botanischen Garten leitete. Im März 1779 wurde Georg Forster durch den Fürsten von Anhalt-Dessau nach Wörlitz eingeladen, bevor er in verschiedene europäische Städte (Kassel, Wilna, Paris, Mainz) zog, wo er nach Ausbruch der Französischen Revolution als engagierter Verfechter republikanischer Ideen auftrat.

Ziel der Tagung

Ziel der Tagung ist es, das fruchtbare und spannungsreiche Verhältnis zwischen diesen verschiedenen geographischen Räumen und epistemischen Dimensionen zu erkunden und hiermit den Aufklärungsbegriff in seiner regionalen, nationalen, europäischen und außereuropäischen Dimension zu befragen. Dabei widmet sie sich u.a. der Sammlungs- und Forschungstätigkeit der beiden Forsters, ihren Reiseerfahrungen und ihren Beziehungen zu bedeutenden Zeitgenossen.

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Programm

Donnerstag, 6. September 2018

Historischer Gasthof „Zum Eichenkranz“, Wörlitz

ab 13.00 Empfang der Teilnehmer

13.30  Eröffnung der Tagung
Prof. Dr. Dr. Gunnar Berg (Vorsitzender der Dessau-Wörlitz-Kommission)
Dipl. Ing. Brigitte Mang (Direktorin der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz)

13.45 Prof. Dr. Elisabeth Décultot
Einleitung zum Tagungsthema

14.00 Prof. Dr. Hans-Erich Bödeker
Eröffnungsvortrag: Georg Forster als Kulturhistoriker

15.00 Kaffeepause

Teil I. DIE WELTREISENDEN

15.30 Dr. Anne Mariss
Räume, Dinge und Praktiken des Wissens im 18. Jahrhundert. Die Erforschung der Natur bei Johann Reinhold Forster

16.15 Prof. Dr. Lars Eckstein & Prof. Dr. Anja Schwarz
Die Auseinandersetzung der Forsters mit Tupaia’s Karte

17.00 Kaffeepause

17:30 Gang zum Wörlitzer Schloss

17.45 Durchgang durch den ersten Teil der Forster-Dauerausstellung (Mezzanin des Schlosses)

18.15 Diplom-Restauratorin Melanie Korn und Dr. Frank Vorpahl
Die Wörlitzer Forster-Objekte: Provenienz, Restaurierung und Präsentation im Schloss (Schloss)

18.45 Prof. Dr. Horst Bredekamp
Impulsreferat, anschließend Diskussion (Schloss)

ab 19.30 Empfang

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Freitag, 7. September 2018

Historischer Gasthof „Zum Eichenkranz“, Wörlitz

Teil II. DIE FORSTERS UND IHRE SAMMLUNGEN

09.00  Dr. Alana Thyng
George and Johann Reinhold Forster’s Polynesian Objects across 18th-Century Cultural Contexts

09.45 Uwe Quilitzsch
Zur Geschichte der Forster-Sammlung in Wörlitz
10.30 Kaffeepause

11.00 Dr. Frank Steinheimer
Die Ornithologie der drei Weltumsegelungen und der Verbleib der Präparate

11.45 Prof. Dr. Thomas Bremer
Forsters Objekte aus der Cook-Expedition und die Anfänge einer universitären Sammlungstätigkeit in Göttingen

12.30 Mittagspause

Teil III. DIE FORSTERS UND IHRE ZEIT

14.00 Dr. Erdmut Jost
Sammeln mit dem Zeichenstift. Georg Forsters Zeichnungen der Vogelwelt der Südsee in der Forschungsbibliothek Gotha

14.45 Dr. Michael Niedermeier
Otahitisches in den Gärten der Goethezeit

15.30 Kaffeepause

16.15 Dr. Jana Kittelmann
Sammeln im Kollektiv – Die Briefnetzwerke der Forsters

17.00 Dr. Johannes Görbert
Georg Forster im literarischen Leben seiner Zeit

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Samstag, 8. September 2018

Historischer Gasthof „Zum Eichenkranz“, Wörlitz

IV. WISSENSCHAFT, POLITIK UND ERINNERUNGSKULTUR
WANDEL DES FORSTER-BILDES VOM 18. JAHRHUNDERT BIS HEUTE

9.00 Dr. Christian Helmreich
Georg Forster und Alexander von Humboldt

9.45 Emmanuel Hourcade
Die Perfektibilität bei Georg Forster. Zwischen Naturwissenschaften und Anthropologie

10.30 Kaffeepause

11.00 Prof. Dr. Stefan Greif
Neue Wege der Forster-Forschung

11.45 Dr. Michael Ewert
Europa und die Fremde. Georg Forster und die transkulturelle Öffnung der deutschen Literatur

12.30 Abschlussdiskussion

13.00 Mittagessen

14.00 Gondelfahrt im Gartenreich

Ort: Historischer Gasthof „Zum Eichenkranz“
Alter Wall 99
06785 Wörlitz
sowie Schloss Wörlitz

Zeit: 6. September – 8. September 2018

Konzept & Organisation
Dessau-Wörlitz-Kommission in Zusammenarbeit mit der Alexander von Humboldt-Professur für neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer
und der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz

Kontakt & Anmeldung
Dessau-Wörlitz-Kommission
Dr. Andrea Thiele
Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA)
an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Franckeplatz 1, Haus 54, 06110 Halle (Saale)
Tel. + 49(0)345 5521781

Fax + 49(0345 552 7252
Mail: dwk@izea.uni-halle.de