Tagung

Archäologien der Moderne. Winckelmann um 1900

Léon François Comerre, La Grèce antique se dévoile à l’archéologie, 1898, Ausschnitt, Université Paris-Sorbonne
Léon François Comerre, La Grèce antique se dévoile à l’archéologie, 1898, 350 × 550 cm, Öl auf Leinwand, Ausschnitt, Université Paris-Sorbonne. Copyright Olivier Jacquet.

Johann Joachim Winckelmann(1717–1768) gilt als Begründer der modernen Archäologie und Kunstwissenschaft. Zur Zeit seines 200. Geburtstags im Jahr 1917 scheint seine Bedeutung auf den ersten Blick verblasst gewesen zu sein: Die Großgrabungen in Griechenland im 19. Jahrhundert hatten das Bild der Antike grundlegend verändert.

Tatsächlich reicht Winckelmanns Wirkung jedoch über das Ideal einer klassisch-klassizistischen Ästhetik hinaus. Die Tagung untersucht Winckelmanns Bedeutung in den Diskursen über Antike und Moderne um 1900. Von der Entwicklung neuer archäologischer Methoden über die Polychromie-Debatte bis hin zur Kulturgeschichtsschreibung bleibt Winckelmann eine wichtige Referenzfigur.

Die Tagung ist Teil des Rahmenprogramms der von der Humboldt-Professur mitorganisierten Ausstellung Winckelmann. Moderne Antike (Weimar, Neues Museum).

Donnerstag, 29. Juni 2017

13.3o Uhr Begrüßung
Elisabeth Décultot und Bettina Werche

13.45 Uhr Einführung
Claudia Keller und Christoph Schmälzle

14.15 Uhr Beat Näf (Zürich)
Winckelmann und die Jahrhundertwenden. Archäologiegeschichte als Säkularschau

16.00 Uhr Adrian Stähli (Cambridge/Mass.)
Meisterwerke

17.00 Uhr Valentin Kockel (Augsburg)
Pompeji als Paradigma. Erkenntniserwartungen an und Erkenntnismöglichkeiten durch eine Ausgrabung zwischen Johann Joachim Winckelmann und Theodor Wiegand

18.30 Uhr Führung durch die Ausstellung
(Elisabeth Décultot und Bettina Werche)

Freitag, 30. Juni 2017

9.00 Uhr Stefan Altekamp (Berlin)
Zeitkonzepte bei Winckelmann und in der Grabungsarchäologie um 1900

10.00 Uhr Constanze Güthenke (Oxford)
Gefühl, Bildung, Biografie. Winckelmanns Nachleben in der Philologie

11.30 Uhr Frauke Berndt (Zürich)
Renaissance des Symbols. Aby Warburg ›misreads‹ Winckelmann

14.30 Uhr Renate Reschke (Berlin)
Die Antike – »nur eine täuschende Luftspiegelung«? Egon Friedells geistreiche Kritik Winckelmanns

16.00 Uhr Katherine Harloe (Reading)
Winckelmann’s letters in and out of the closet around 1900

17.00 Uhr Eckart Goebel (Tübingen)
»The Beauty of Living Form«. Winckelmann bei Walter Pater und Oscar Wilde

20 Uhr Abendvortrag von Sabine Schneider (Zürich)
Winckelmann und die Literatur der Jahrhundertwende

Samstag, 1. Juli 2017

9.00 Uhr Reinhard Wegner (Jena)
Winckelmanns Erben. Skulptur um 1900

10.00 Uhr Ekaterini Kepetzis (Köln)
Die Geburt des Antikengenres aus dem Geist der Archäologie? Polychromie und Authentizität bei Lawrence Alma-Tadema

11.30 Uhr Thomas Forrer (Luzern) / Benno Wirz (Zürich)
Das Material der Archäologie. Nietzsche, Freud und die Kulturwissenschaften um 1900

12.30 Uhr Knut Ebeling (Berlin)
Winckelmann, Kant, Foucault – eine Dreiecksgeschichte

14.30 Uhr Führung durch die Ausstellung
(Martin Dönike, Claudia Keller und Christoph Schmälzle)

 

Ort: Goethe-Nationalmuseum
Festsaal Frauenplan 1
99423 Weimar

Zeit: 29. Juni – 1. Juli 2017

Konzept & Organisation:
Dr. Martin Dönike, Dr. Claudia Keller, Dr. Christoph Schmälzle

Kontakt & Anmeldung: claudia.keller@klassik-stiftung.de