Projekt 4

Weltwissenschaft

Reisen, Sammeln, Übersetzen an der Universität Halle zwischen 1780 und 1860

Das Projekt richtet den Blick auf eine sehr ereignisreiche Zeit in der Geschichte der Universität Halle: Im Untersuchungszeitraum vollzieht sich die Wandlung von der Reformuniversität der Aufklärungsepoche hin zu einer modernen Universität des 19. Jahrhunderts. Dabei erschließt das Wissen den globalen Raum und neue Informationswege.

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Publikationen und Vorträge aus dem Projekt
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Präsentation

Etablierung globaler Forschungsperspektiven

Die Untersuchung setzt mit der Berufung von Johann Reinhold Forster (1729-98) auf eine Professur für Naturgeschichte und Mineralogie an die Universität Halle im Jahr 1780 ein. Reinhold Forster hatte die zweite Cooksche Weltumsegelung von 1772-75 als naturkundlicher Experte begleitet und insbesondere den pazifischen Raum erforscht. Für seine Berufung nach Halle bildet die exzeptionelle Reiseerfahrung eine maßgebliche Qualifikation, womit zugleich ein Ausgangspunkt für die globale Ausrichtung der Halleschen Wissenschaftsinteressen markiert ist.

Das Ziel des Projekts ist es, die sich in dieser Zeit abzeichnende Etablierung globaler Forschungsperspektiven bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zu verfolgen, wobei die epistemologische und wissenschaftspolitische Funktion der Forschungsreise sowie die Entwicklung universitärer Informations- und Sammlungsnetzwerke im Zentrum stehen.

Diese Zielsetzung wird in zwei Teilprojekten umgesetzt.

 

Zwischen Empirie und Textwissenschaft

Erstens wird das Wirken Reinhold Forsters in Halle untersucht. Im Zentrum stehen die äußerst umfangreichen Tätigkeiten als Herausgeber, Übersetzer und vor allem Kommentator von nichtfiktionalen Reiseberichten und Länderkunden. Der einstige weltreisende Feldforscher tritt damit als Textwissenschaftler hervor und rückt das zeitgenössisch spannungsreiche Verhältnis von Empirie und Buchwissen in den Blick. Es ist zu fragen, inwiefern durch Forster eine kritische, neue Geltungskriterien etablierende Synthese von Erfahrungs- und Textwissen erarbeitet wurde.

 

Nach der Naturgeschichte

Zweitens wird die geographische Ausweitung des universitären Forschungsspektrums innerhalb einer Disziplin verfolgt, die aus der Naturgeschichte der Aufklärungsepoche hervorgeht und der globalen Öffnung naturwissenschaftlicher Untersuchungen einen ausschlaggebenden Impuls gegeben hat: der Zoologie. Im Fokus steht dabei die Tätigkeit Hermann Burmeisters (1807-1892), der von 1837 bis 1861 die Hallesche Professur für Zoologie besetzt, die zugehörige Sammlung leitet und 1850-51 und 1856-60 zwei ausgedehnte Südamerika-Expeditionen unternimmt.

 

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Publikationen und Vorträge aus dem Projekt

Publikationen

In Vorbereitung: E. Décultot, J. Kittelmann, A. Thiele, I. Uhlig (Hg.), Johann Reinhold und Georg Forster – Gesammelte Welten. Göttingen, Wallstein Verlag.

Vorträge

7. Sept. 2018: J. Kittelmann, Sammeln im Kollektiv. Die Briefnetzwerke der Forsters. Beitrag zur Tagung „Johann Reinhold und Georg Forster – Gesammelte Welten“. Veranstalter: Dessau-Wörlitz-Kommission, Alexander von Humboldt-Professur für neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer und Kulturstiftung Dessau-Wörlitz. Ort: Wörlitz

6. September 2018: E. Décultot: Johann Reinhold und Georg Forster – Gesammelte Welten. Einführung. Beitrag zur Tagung „Johann Reinhold und Georg Forster – Gesammelte Welten“. Veranstalter: Dessau-Wörlitz-Kommission, Alexander von Humboldt-Professur für neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer und Kulturstiftung Dessau-Wörlitz. Ort: Wörlitz.

3. Juli 2018: I. Uhlig: Weltwissenschaft – Johann Reinhold Forster in Halle. Erste Überlegungen. Vortrag im Rahmen des Forschungskolloquiums der AvH-Professur. Ort: Germanistisches Institut der MLU Halle-Wittenberg.

7. Juni 2018: I. Uhlig, Weltwissenschaft. Johann Reinhold Forster in Halle. Vortrag im Rahmen der Beiratssitzung des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der europäischen Aufklärung (IZEA). Ort: Halle, IZEA.

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Veranstaltungen

6.-8. Sept. 2018: Internationale Tagung „Johann Reinhold und Georg Forster – Gesammelte Welten“. Veranstalter: Dessau-Wörlitz-Kommission, Alexander von Humboldt-Professur für neuzeitliche Schriftkultur und europäischen Wissenstransfer (Prof. Dr. Elisabeth Décultot)  und Kulturstiftung Dessau-Wörlitz. Ort: Wörlitz.

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Projektleiter: Prof. Dr. Elisabeth Décultot

Projektbearbeiter: Dr. phil. habil. Ingo Uhlig

Ansprechpartner:

Dr. phil. habil. Ingo Uhlig: ingo.uhlig@germanistik.uni-halle.de

Telefon: +49 (0)345 55 23568